2. Dezember

Der Adventskranz

Wahrscheinlich war Johann Hinrich Wichern, ein evangelischer Pfarrer in Hamburg, derjenige, der den Adventskranz erfunden hat. Er hatte das "Rauhe Haus", eine Art Kinderdorf, gegründet. Dort wurden um das Jahr 1850 herum während der Adventsandachten viele Kerzen hintereinander angezündet. Später haben sie dann, je nach Länge der Adventszeit, 24 bis 28 Kerzen auf einem großen runden Kronleuchter angebracht. Mit jedem Tag durfte eine Kerze mehr angezündet werden - und an den vier Adventssonntagen eine große. Dieser festliche Kronleuchter wurde mit Tannengrün geschmückt. Daraus entwickelte sich dann der kleinere Adventskranz mit vier Kerzen. Dieser Brauch verbreitete sich ab da immer mehr.

Zu einem richtigen Adventskranz gehören also Kerzen, ein Kranz und etwas Grünes, meistens Tannengrün. Natürlich gibt es heute die verschiedensten Adventskränze und keineswegs sind die immer grün. Aber rund sind sie eigentlich immer. Der Kranz kann deshalb auch als Symbol für Unendlichkeit gesehen werden, denn er hat keinen Anfang und kein Ende. 


Und warum sind auf unseren Adventskranz immer genau vier Kerzen?

 

Vier Kerzen für den Adventskranz

Wie gesagt: Der evangelische Religionslehrer Johann Hinrich Wichern ließ sich vor gut einhundertsiebzig Jahren eine besondere vorweihnachtliche Überraschung einfallen: eine Überraschung für die Kinder des "Rauhen Hauses", dem Kinderheim, in dem er Lehrer war.

Im Gemeinschaftsraum des Heimes ließ er am ersten Advent einen großen Kerzenleuchter an der Decke aufhängen, in dem 23 Kerzen steckten. Für jeden Tag des Advents eine. Für die Wochentage gab es jeweils eine kleine Kerze, für die Sonntage waren besonders große Kerzen vorgesehen. Mit jedem Tag wurde es in dem Saal zur Betstunde ein wenig heller, bis an Weihnachten dann der ganze Kronleuchter strahlte. Eine schöne Idee, die der evangelische Lehrer Wichern da 1839 hatte, aber dass er damit eine Tradition gründen würde, die von fast allen Christen bis heute gepflegt wird, das hat er bestimmt nicht geahnt. Gut, nicht jeder hat Platz für einen Kronleuchter an der Decke. Und über zwanzig Kerzen sind, na ja, ein bisschen viel auf einmal. Deswegen beschränken sich Adventskränze normalerweise auf vier Kerzen, für jeden Sonntag eine.

Dass es gerade vier sind, das liegt an Papst Gregor dem Ersten, auch "der Große" genannt. Papst Gregor verfügte im Mittelalter, dass der Advent vier Sonntage haben solle, um sich auf das Weihnachtsfest gebührend vorbereiten zu können. Jeder der Adventssonntage bekam seinen eigenen Namen und dabei blieb es 1.400 Jahre lang, bis heute. Deswegen haben Adventskränze vier Kerzen.

Nur im "Rauhen Haus" in Hamburg brennt auch dieses Jahr wieder für jeden Tag des Advents eine eigene Kerze. 2011 sind es 27. 23 kleine und vier große.