21. Dezember

Heute ist ein ganz besonderer Tag im Jahr ... der Tag der Wintersonnenwende.

Da am 21. Dezember die Wintersonnenwende ist, ist der Thomastag der kürzeste Tag des Jahres („Ab Thomastag wächst der Tag um einen Hahnenschrei“), während die vorangegangene Nacht, die Thomasnacht, entsprechend die längste Nacht des Jahres ist.

Dieser Tag wurde dem Apostel Thomas darum gewidmet, weil er an der Auferstehung des Herrn am Längsten von allen zweifelte... er also am Längsten in der dunklen Nacht des Unglaubens verharrte.

Der Name Thomas kommt aus dem hebräischen und bedeutet Zwilling. Thomas war Fischer bevor er Jesus folgte.

Schutzheiliger

Der heilige Thomas gilt als "Patron" von Portugal, Goa, Urbino, Parma, Riga, den Thomas-Inseln und des Kirchenstaates.

Er ist Schutzheiliger der Architekten, Geometer, Maurer, Zimmerleute, aller Bauarbeiter, der Steinhauer, Feldmesser und - wohl wegen seiner Zweifel - der Theologen. Er wird oft angerufen bei Rückenschmerzen und auch für eine gute Heirat...

Auf Bildern wird er aufgrund seiner Geschichte meist mit Bart, Schwert, Lanze und Winkelmass dargestellt. 

Brauchtum

Am Thomastag begegnet man vielen Sitten, die man auch in der Silvesternacht wieder findet. Wenn heiratslustige Mädchen bis Mitternacht aufbleiben und dann ins Wasser oder in den Spiegel schauen, so sehen sie das Gesicht des Zukünftigen.  

Ein leider etwas in Vergessenheit geratener schöner alter Brauch ist es spätestens am heutigen Tag seine Güter durchzugehen und alles Geliehene dem wirklichen Besitzer zurückzugeben.

Der 21. Dezember heisst in manchen Gegenden auch Schweinethomas. Es war der Beginn der Schlachtfeste, denn man meinte, nach diesem Termin schmeckte das Schweinefleisch am besten.

Der Thomastag ist auch Backtermin: am Tag vor Thomas wird das Kletzenbrot gebacken. Am Thomastag sammelten die Frauen das Mehl für das Weihnachtsgebäck.

Das Wetter des kommenden Jahres gab das Thomasorakel preis. Gerstenkörner wurden in einen Blumentopf gepflanzt und nach Weihnachten konnte "sicher" abgelesen werden, ob sich die kommende Ernte lohnen wird.

Rauhnacht

Der Thomastag ist auch die erste der 12 Rauhnächte (auch Rauchnächte). Nach altem Glauben beginnt jetzt der Einzug der Winterdämonen.

In diesen Nächten treten vorchristliche, heidnische Gestalten aus Überlieferungen auf. In ihnen wüten dem Volksglauben nach die alten Geister und Götter, das „Wilde Heer" gegen den Sieg des Lichtes. In der Dreikönigsnacht wird dann ihre Macht gebrochen. Es sind die Nächte, in denen man das Böse und die Unholde ausräuchert (daher Rauchnacht) und schliesslich mit geweihter Kerze bannt.

In Süddeutschland und Österreich ist es heute noch üblich, dass der Bauer mit der Bäuerin in der Nacht der Heiligen drei Könige in räuchernd und geweihte Kerzen abbrennend durch das Haus geht. Auch die Kreide, mit der die Anfangsbuchstabe er 23 Könige über die Türen geschrieben werden, muss geweiht sein.

Träume in den Rauchnächten sollen einen Blick in die Zukunft erlauben... .

Eigentlich soll nun alle Arbeit ruhen. Es darf in dieser Zeit nichts gewaschen oder aufgehängt werden, nichts soll gebacken und nichts soll getan werden, was mit drehenden Bewegungen verbunden ist.